Dienstag, 12. März 2013

Schlüsselmäppchen am Upcycling-Dienstag

 Nachdem ich seit 18 (achtzehn!) Jahren ein hässliches braunes Schlüsselmäppchen mit mir rumgetragen habe, wurde es Zeit für ein neues.
 In meinem Fundus lag schon sehr lange eine Ledertasche, schätzungsweise aus den achtziger Jahren. die mal einer meiner Tanten (sie ist inzwischen schon gestorben, war aber schon weit über 80) gehörte. Die Tasche fand ich immer hässlich, aber das Leder ist schön und weich und bot sich für so eine kleine Näharbeit an.
Das alte Schlüsselmäppchen war ganz praktisch, weil es auch eine kleine Geldtasche hatte, deshalb habe ich es einfach aufgetrennt und den Schnitt abgenommen. Dabei konnte man auch sehen, wie die Reißverschlüsse eingenäht waren und musste sich nicht das Gehirn verknoten, was mir manchmal passiert, wenn ich es mit "drunter und drüber" zu tun habe.
Um das Leder zu stabilisieren, habe ich auf die zugeschnittenen Teile Gewebeeinlage aufgebügelt und beim Nähen musste ich Butterbrotpapier zwischen Leder und Nähfüßchen legen, damit alles ordentlich transportiert wurde.
 Zum Schluß kamen noch kleine Bortenstückchen an die Zipper (mit Stylefix zusammengeklebt).
Weil das Leder so weich ist, fühlt sich das Mäppchen ganz toll an.

Warum ich das alte Etui so lange behalten habe (zumal es noch von unserer früheren Vermieterin stammt, an die ich wirklich keine gute Erinnerung habe), kann ich mir nur damit erklären, dass man bestimmte Alltagsgegenstände irgendwann einfach nicht mehr wahrnimmt.

Viel mehr Upcyceltes kann man bei Nina bewundern, die jeden Dienstag eine tolles Upcyclingwerk präsentiert und die Werke von anderen kreativen Menschen sammelt.




Kommentare:

  1. Ich mag es, wenn Gegenstände solche Geschichten erzählen!

    Dass man manchmal Dinge ganz lange behält und gebraucht obwohl man sie nicht mal mag, kenn ich auch, seltsam das....

    Ganz liebe Grüsse, Tina

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  2. Das kenne ich auch. Irgendwelche Sachen, die halt "so praktisch" sind obwohl sie mit so negativen Erinnerungen behaftet sind, hat vermutlich jeder. Ich habe gerade eine solche Vase verschenkt, und das Bauchgefühl nachhaltig verbessert. Deine Schlüsseltasche ist schick und sieht obendrein noch praktisch aus, viel Freude damit.
    LG, Mirabell

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  3. Liebe Susanne,
    man kann ahnen, wie weich das neue Etui ist, allerdings kenne ich auch das Phänomen, ewig an etwas vorbeizulaufen, was eigentlich hässlich oder sonstwie indiskutabel ist und das komplett auszublenden. Umso größer ist dann die Freude, wenn Ersatz geschaffen ist, oder?
    Beste Grüße von Nina

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  4. Ja, das ist manchmal so.Ich glaube auch, dass wir dann nicht irgendetwas als Ersatz kaufen oder machen wollen, sondern das" absolute" Stück haben wollen.Und da das selten auftaucht und wir uns nicht entscheiden können und sich zwischendurch auch mal wieder die Mode und damit unser Geschmack verändert hat und überhaupt....
    Habe seit 8 Jahren, seit ich mein Haus bezogen habe, einen nicht passenden hässlichen und zu langen Vorhang am Gästezimmerfenster hängen...
    So ist das nun mal.
    Sehr knuffiges Schlüsseltäschchen.Gratuliere!

    Saludos
    Andrea

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  5. Das ist eine gute Idee. Ich habe noch eine Beutel Lederrest zu Hause. Danke für die Inspiration.

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Ich freue mich total über Kommentare und bedanke mich bei allen, die sich die Zeit nehmen, einen Kommentar abzugeben.