Ob hier noch jemand liest, weiß ich nicht, aber nach fast drei Jahren möchte ich gerne mal wieder ein anderes Projekt präsentieren. Neu ist das Kleid auch nicht mehr, aber hat sich als ein Lieblingsteil herausgestellt. Es ist entstanden aus zwei Männerjeans, die von meinem verstorbenen Lieblingsnachbar stammen. Da dieser immer sehr interessiert war an meinen Upcyclingideen, hätte ihm dieses Kleid bestimmt sehr gut gefallen. So trage ich es als Erinnerungskleid.
Den Schnitt habe ich aus zwei Burdaschnittmustern zusammengesetzt: Oberteil aus Burda 04/2013, Rock Burda 09/2012, mit kleineren Anpassungen. Die Originalsäume habe ich beibehalten.
Bei Instagram gibt es ein kleines Making-of zu sehen. Man muss nach unten scrollen, es ist schon ein Weilchen her.
Da ich schon lange nicht mehr am MeMadeMittwoch teilgenommen habe, werde ich das jetzt mit diesem Post nachholen. Wie immer ist es nämlich sehr spannend zu sehen, was andere so nähen.
Eine kleine Ergänzung noch: am vergangenen Wochenende leitete ich einen Workshop an der VHS Heidelberg mit dem Titel "Ausgediente Jeans - ein wunderbares Materia"l. Als Kursbeispiel hatte ich diese Schürze genäht.
Spät geselle ich mich auch noch zu den Bloggerinnen, die einmal im Monat ihre selbstgenähten Kleider beim MeMadeMittwoch vorführen.
Im Moment habe ich zwei Lieblingskleider, die ich immer und überall anziehen könnte. Beide sind nach dem Schnitt Imani von La Maison Victor genäht, die Sommerversion aus einem festeren Baumwolljersey, die Winterversion (die ich noch lieber mag) aus dickerem Sweat. Die Ärmelblenden hab ich weggelassen, weil ich fand, dass es sonst nicht zu den gestreiften Bändern passen würde. Für den Gürtel vom Original war mir der Sweat zu dick, vielleicht nähe ich mir aber noch einen für das dünne Kleid.
Zu beiden Kleidern gefällt mir im Moment der Gürtel am besten, den ich kürzlich aus Fahrradschlauch genäht habe.
Am 01./02.07.2017 findet an der VHS Weinheim wieder mein Refashion-Kurs statt. Ich würde mich freuen, wenn ich die eine oder andere von euch Lust hätte, daran teilzunehmen. "Ein Fleck auf dem Lieblingsshirt, eine durchgescheuerte
Stelle am Pullover oder ein abgewetzter Hosensaum - oft sind es
nur Kleinigkeiten, wieso eigentlich gern getragene
Kleidungsstücke in den Altkleidersack wandern. Es kann auch
sein, dass ein schönes Teil einfach nicht richtig passt und mit
ein bisschen Hilfe doch noch zu retten ist. Und dann gibt es
noch Kleidungsstücke, denen einfach der Pfiff fehlt. Im Kurs können wir gemeinsam Lösungen finden und mit Fantasie und Fachwissen die vorhandenen Kleidungsstücke so
verändern, dass sie wieder gerne getragen werden.Mitbringen: Kleidung, an der was geändert werden soll,
Garn, Schere, Stecknadeln, Schneiderkreide, Maßband,
Schreibzeug, evt. Stoffreste, Bänder etc."
An den kommenden zwei Samstagen gibt es an der VHS Heidelberg wieder einen Refashion-Kurs.
Es gibt noch freie Plätze. Falls jemand Zeit und Lust hat und sich kurzfristig entscheiden kann, würde ich mich sehr freuen.
Im August hatte ich wenig Lust und Zeit zu bloggen, deshalb habe ich die neu entstandenen Sommerkleider gar nicht gezeigt. Während der superheißen Tage in den ersten zwei Augustwochen war ich beim Kinderferienprogramm "Artville" beschäftigt. Die Angebote fanden in Pavillons auf einem Schulhof statt, dabei haben sich meine neuen Trägerkleider sehr bewährt und ich habe sie eigentlich die ganze Zeit abwechselnd getragen. Die letzten zweieinhalb Ferienwochen haben wir in der Bretagne verbracht und es war vorher schon klar, dass es dort nicht so heiß sein würde. Ich hasse es, sehr kurzfristig zu einem bestimmten Anlass etwas zu nähen, trotzdem habe ich mich noch auf ein paar "Panikshirts" eingelassen, die erstaunlichweise ganz gut geworden sind.
Den Anfang macht ein verändertes Shirt (hierim vorherigen Zustand), das mir zu brav aussah. Ich habe ein Stück Stoff aus einem Restepaket aufgenäht, den Ausschnitt vergrößert und an den Rändern zwei Schmetterlingsflügel aufgestempelt. Eher aus der Not entstanden, weil der vorherige Druck noch zu sehen war und etwas unmotiviert aussah.
Überrascht war ich ich, wie gut die schon vor längerer Zeit gekaufte Strickjacke dazu passt. Im Hintergrund ist die Bucht zu sehen, an der unser Haus lag. Leider war gerade Ebbe - bei Flut füllt sich die Bucht und die Boote schwimmen wieder. Dann sieht es so aus:
Gestern habe ich ja die Kuschelkatze mit Kleidern gezeigt, die wir im Herbst in einem Familienkurs nähen wollen, heute stelle ich die Rucksäcke aus alten Jeans vor, die wir auch bei einem Kurs im Kulturfenster machen werden. Bemalt sind die Rucksäcke mit Textilfarbe und Stoffmalstiften, der Schmetterling ist schabloniert.
Der Schnitt ist sehr einfach - es soll ja für Kinder machbar sein. Es handelt sich um eine rechteckige Tasche, bei der die unteren Ecken abgenäht sind, um einen Boden zu erhalten und eine gefütterte Klappe. Am oberen Rand wird ein Tunnel für den Kordeldurchzug angenäht, dabei wird die Klappe zwischengefasst.
Mit den Rucksäcken nehme ich heute am Creadienstag teil, wo es immer sehr interessante Anregungen gibt.
Bevor es auch hier Herbst- und Wintersachen zu sehen gibt, zeige ich
nochmal zwei Teile meiner Urlaubsgarderobe. Rock und Top sind aus einer
Spitzengardine genäht, die ich vor Jahren von meiner Schwester bekam.
Der Stoff ist zum Glück aus Baumwolle, deshalb trägt er sich sehr angenehm.
Das Top habe ich schon ewig, es war nur zwischendurch verschollen. Ich muss es 1998 oder 1999 nach einem Burdaschnitt genäht haben, zu einer Zeit als ich meine jüngere Tochter gestillt habe. Diesen Sommer habe ich es wieder gefunden, stellte aber fest, dass es zu locker saß und habe es ein bisschen enger genäht. Es war noch genug von dem Stoff da für einen Rock. Da ich die Abschlusskante mitverwenden wollte, habe ich nach einem Schnitt für einen ausgestellten Rock mit gerader Saumkante gesucht. Gefunden habe ich den Spitzenrock 109 in Burda 03/2013, den ich dann ohne Änderungen genäht habe. Die Spitze wurde mit weißem Baumwollstoff unterlegt, beide Lagen sind oben mit einem Streifen des Baumwollstoffs eingefasst, in den ich noch ein schmales Gummi eingezogen habe, weil mir der Rock an der Taille doch ein bisschen zu weit war. Leider finde ich ihn ein bisschen zu lang (wie in letzter Zeit fast alle meine Kleider und Röcke), warte aber noch bis zum nächsten Sommer mit dem Kürzen, da ich den Rock ja oben kürzer machen müsste und das hieße dann auch den Reißverschluss rein und rauszumachen....
Das Top ist an den Ausschnittkanten mit Satinschrägband eingefasst.
Gerade habe ich auch auf der russischen Seite mit dem weltbesten Burda-Archiv den Schnitt entdeckt: Top 125 in der Burda 03/1998.
Das Top lässt sich ja gut kombinieren, aber ich habe eine Weile geschwankt, ob ich den Rock auch mit in Urlaub nehmen soll, oft ziehe ich da eher praktische Sachen an. Da er aber so schön ist, kam er trotzdem in Koffer. Die Gelegenheit, beides anzuziehen kam ganz unerwartet.
In unserem Ferienort Begur an der Costa Brava wird am ersten Septemberwochenende die Fira d'Indians gefeiert, ein Fest, bei dem die traditionellen Beziehungen Begurs zu Cuba im Vordergrund stehen. Im 19. Jahrhundert waren viele Einwohner des Ortes nach Cuba ausgewandert, um dort bessere Lebensbedingungen zu finden. Einige der sogenannten "Indians" oder "Americans" kamen wohlhabend zurück und bauten in ihrem Heimatort prächtige Häuser im Kolonialstil.
Das Fest geht drei Tage lang mit viel Musik, Ständen mit leckerem Essen und vor allem Mojito. Außerdem gibt es Veranstaltungen zur Geschichte der Auswanderer.
Der Ort war sehr witzig geschmückt, man hatte den Eindruck, dass alle Einwohner mitgeholfen haben. Und das Beste: fast alle Leute waren weiß angezogen. So ergab sich dann eine super Gelegenheit, meine weißen Sachen doch noch zu tragen.
Wer so weit gelesen hat, wird jetzt mit einer Habanera belohnt. Die Lieder, die im 19. Jahrhundert von Seeleuten und Rückkehrern aus Cuba mitgebracht wurden, haben an der Costa Brava eine eigene Tradition und es gibt etliche Konzerte am Strand. Es ist wunderschön, direkt am Meer die sehnsuchtsvollen Lieder zu hören und zu träumen.
Wir hatten das Glück, zufällig ein Strandkonzert mit dieser wunderbaren Sängerin mitzuerleben.